Manuelle Medizin

Heilende Hände: Wie spezielle Grifftechniken Blockaden lösen

Ein Griff, und schon ist – wie von Zauberhand – der Schmerz beseitigt. Oder zumindest gelindert. Wenn Manualmediziner oder Chirotherapeuten Hand anlegen bei schmerzhaften Funktionsstörungen der Wirbelsäule und Gelenke, bekommen sie die Blockaden mit speziellen Techniken schnell in den Griff. Schonend, sanft und ohne Kraftaufwand. Manuelle Medizin gilt deshalb längst als anerkannte Behandlungsform. Sie ergänzt medikamentöse Therapien und operative Verfahren in der Schmerztherapie. Auch bei Gelenk Wirbel Steuer: Hier führen Dr. med. Gabriele Steuer und Dr. med. Hans Georg Steuer Steuer die Zusatzbezeichnung „Chirotherapie“ und verfügen über langjährige Erfahrung in Manueller Medizin.

Blockaden und ihre Ursachen

Funktionsstörungen können an der gesamten Wirbelsäule und den Gelenken auftreten. Sie entstehen in der Regel durch einseitige Belastungen, Fehl- und Schonhaltungen. Die Ursachen sind vielfältig. Stürze oder ein Schleudertrauma führen ebenfalls zu Blockaden. Dabei rutscht ein Wirbel aus seiner ursprünglichen Position, die Muskeln verkrampfen sich und versteifen dann. Oft bilden sie Triggerpunkte, also schmerzhaft verhärtete Stellen im Muskel selbst oder an dessen Ansätzen.

Blockaden und Auswirkungen

Viele Menschen kennen solche Symptome: Es klemmt im Nacken, der Kopf lässt sich kaum noch drehen, plötzlich kommt Schwindel auf. Wer Probleme mit der Halswirbelsäule hat, leidet unter derartigen Beschwerden. Oder der sogenannte Hexenschuss: Eine unbedachte Bewegung, und zack, fährt in den Rücken ein stechender Schmerz. Der betrifft die Lendenwirbelsäule, strahlt aber auch – falls der Ischiasnerv eingeengt oder gequetscht ist – ins Bein aus. Die Blockade im unteren Rücken beeinträchtigt Bewegungen so stark, dass es schwierig wird, sich zum Beispiel aus der Hocke aufzurichten. Und wem ein verkeilter Brustwirbel die Atmung erschwert, dem bleibt bisweilen die Luft weg. In all diesen Fällen kann Manuelle Medizin helfen. Also dann, wenn Wirbel blockiert sind, Gelenke nicht mehr exakt ineinandergreifen und ihre Funktion eingeschränkt ist. Oder wenn massive Muskelverspannungen auf Nerven drücken.

Zusatzausbildung nötig

Manuelle Medizin, Chirotherapie – unter beiden Bezeichnungen ist die bewährte Behandlungsmethode bekannt. Ausschließlich Ärzte mit einer speziellen Zusatzausbildung dürfen sie anwenden. Die Mediziner, meist Orthopäden, beheben mit besonderen Handgriffen Funktionsstörungen der Wirbelsäule und Fehlstellungen der Gelenke. Ihre heilenden Hände bewegen blockierte Gelenke oder Wirbel in die angestammte Position zurück und bringen alles wieder ins Lot.

Der Volksmund spricht diesbezüglich von „Einrenken“. Doch Gelenke renken nicht aus, sondern verklemmen sich. Die Folge: Beweglichkeit und Funktion sind vorübergehend eingeschränkt. Die Einschränkung besteht allerdings nur innerhalb des natürlichen Bewegungsspielraums des Gelenks.

Mobilisation und Manipulation

Die Manuelle Medizin unterscheidet zwei Behandlungsformen: Mobilisation und Manipulation. Während in früheren Jahren in der Chirotherapie vielfach mit großer Kraftanwendung gearbeitet wurde, setzen Manualmediziner heutzutage ausschließlich „weiche Techniken“ ein.

Besonders schonend ist die Mobilisation. Zunächst lockert und dehnt der Arzt die verspannten Muskeln im Bereich der Blockade, bevor er die Gelenkflächen mit vorsichtigem Druck aufeinander zu bewegt. So entlastet, kann das Gelenk in seine ursprüngliche Position zurückfinden.

Bei der Manipulation führt der Arzt mit geringer, aber gezielter Kraft einen kurzen, ruckartigen Impulsstoß aus. Durch diese Technik rutscht das Gelenk oder der Wirbel wieder an die richtige Stelle. Dabei signalisiert oft ein Knacken, dass die Blockade sich gelöst hat.

Behandlung und Gegenanzeigen

Vor der Behandlung erfolgt in unserer Privatpraxis eine ausführliche Anamnese samt körperlicher Untersuchung. Auch Röntgenaufnahmen oder andere bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) ziehen wir heran, um die Ursache der Schmerzen zu finden. So prüfen wir, ob Manuelle Medizin für den jeweiligen Patienten in Frage kommt. Denn in bestimmten Situationen gibt es Gegenanzeigen: etwa bei Knochentumoren, Osteoporose (Knochenschwund) oder frischen Bandscheibenvorfällen.

Ist alles geklärt und stimmen die Voraussetzungen, beginnt die Behandlung. Dann ertasten wir, wo Blockaden und Verhärtungen vorliegen, analysieren, an welchen Stellen sich Schmerz- und Triggerpunkte befinden, und bestimmen die Grifftechnik.

Nach der Behandlung lassen die Schmerzen bei den meisten Patienten schnell nach. Die Muskulatur braucht allerdings etwas Zeit, um sich zu entspannen. Der Behandlung sollte Physiotherapie folgen, um gezielt Muskelaufbau zu betreiben. Denn nur wenn die Muskeln kräftig genug sind, können sie die Wirbelsäule halten und entlasten und die Gelenke stabilisieren.

Vielfältige Symptome

Unter anderem diese Symptome können von Blockierungen der Wirbelsäule herrühren – ein Überblick:

  • Ausgehend vom Bereich der Halswirbelsäule (HWS) zum Beispiel: 
    Kopfschmerzen, Migräne, Schwindel, Ohrgeräusche (Tinnitus), Sehstörungen, rauer Hals und raue Stimme, Schlafstörungen, Herzbeschwerden.
  • Ausgehend vom Bereich der Brustwirbelsäule (BWS) etwa: 
    Schulterschmerzen, Herzbeschwerden, Schmerzen zwischen den Rippen, Atemprobleme, Magen- oder Verdauungsbeschwerden.
  • Ausgehend vom Bereich der Lendenwirbelsäule (LWS) unter anderem: 
    Hüftschmerzen, Darmkrämpfe, Leistenzerrung, Schmerzen im hinteren Oberschenkel, unklare Bein- oder Kniebeschwerden, Fußbeschwerden, vor allem Fersenschmerz.