ACP – biologische Therapie mit Eigenblut

Autologes Conditioniertes Plasma bei Arthrose und Verletzung

Das eigene Blut als Heilmittel: Genau auf dem Prinzip basiert die ACP-Therapie. ACP steht für Autologes Conditioniertes Plasma. Injektionen mit diesem speziell aufbereiteten Blut – dem eigenen des Patienten – können Arthrose-Schmerzen lindern und die Heilung verletzter Muskeln, Sehnen und Bänder beschleunigen. Das ACP stellen wir direkt bei uns in der Praxis individuell her. Unsere zuständige Expertin, Orthopädie-Fachärztin Dr. Gabriele Steuer, behandelt damit sowohl akute als auch chronische Beschwerden.

Was ist die ACP-Therapie?

Bei dem ACP-Verfahren handelt es sich um eine Form der Eigenbluttherapie mit einer Doppelkammer-Spritze. Hier kommt Autologes Conditioniertes Plasma zum Einsatz: „Autolog“ bezeichnet in der Medizin das Übertragen von körpereigenen Zellen oder körpereigenem Gewebe. „Conditioniert“ heißt in diesem Fall „aufbereitet“. Und Plasma ist der flüssige Bestandteil des Bluts. Die drei Worte deuten es schon an: Die ACP-Therapie ist zu 100 Prozent biologisch, da ausschließlich körpereigene Wirkstoffe verwendet werden.

Um ACP zu generieren, wird dem Patienten Blut entnommen und per Zentrifugation das Blutplasma von den festen Blutbestandteilen getrennt. Binnen kurzer Zeit liegt das Resultat vor: hochkonzentriertes Blutplasma. Das wird anschließend in die erkrankte Körperregion gespritzt. Durch das spezielle Trennverfahren enthält der Extrakt laut Studien die zwei- bis dreifache Menge an Blutplättchen (Thrombozyten) – und insofern auch vermehrt sogenannte Wachstumsfaktoren, die im Gewebe die Zellregeneration anregen. Das plättchenreiche Plasma aktiviert also intensiv die Selbstheilungskräfte des Körpers.

Wie wirkt ACP?

Während der Heilung von verletztem oder entzündetem Gewebe läuft im Organismus ein komplexer Prozess ab. Präzise und nach dem immer gleichen Schema. Die Thrombozyten als kleinste zelluläre Bestandteile des Bluts besitzen dabei große Bedeutung. Denn um die Heilung in Gang zu bringen, setzen die Blutplättchen exakt dort, wo Gewebe geschädigt ist, Wachstumsfaktoren frei. Die wiederum initiieren an der betroffenen Stelle die Heilung, fördern den Wiederaufbau der Strukturen, hemmen schmerzhafte Entzündungen.

Der natürliche Effekt lässt sich gezielt steigern, wenn körpereigenes Blut eines Patienten nun speziell aufbereitet wird. Jene Erkenntnis liegt der ACP-Therapie zugrunde. „Blutplättchen spielen bei einer Verletzung eine entscheidende Rolle, sowohl bei der Blutstillung als auch der Wundheilung. Diese Funktion wird durch die ACP-Therapie genutzt und verstärkt“, sagt Dr. Gabriele Steuer. Die Fachärztin für Orthopädie verfügt über langjährige Expertise in der ACP-Therapie – ob bei der Behandlung von Arthrose-geschädigten Gelenken, Rückenleiden oder Verletzungen. Nach Beobachtungen der Spezialistin ist das konservative Verfahren gut verträglich. Weil nur körpereigene Substanz injiziert wird, treten keine Nebenwirkungen auf.

Der Behandlungsablauf

Der ACP-Therapie geht stets eine gründliche Untersuchung samt Diagnostik voraus. Auf dieser Basis wird die Anzahl der Termine festgelegt. Meist sind drei bis fünf Sitzungen im Abstand von jeweils einer Woche notwendig. Die Behandlung ist unkompliziert und effizient: Sie findet ambulant in unserer Praxis statt und dauert pro Termin maximal 30 Minuten. Sofort im Anschluss können Patienten wieder ihre Alltagsaktivitäten wahrnehmen. Eine deutliche Linderung der Schmerzen verspüren sie in der Regel schon eine Woche nach der ersten Injektion. Und so läuft jede Sitzung der Behandlungsserie ab:

  • Zunächst erfolgt die Entnahme des Bluts, etwa 15 Milliliter, aus der Armvene. Und zwar mit einer eigens entwickelten Doppelkammer-Spritze.
  • Daran schließt sich die Gewinnung des ACP an: Die Blutbestandteile werden in einer Spezialzentrifuge separiert. Dabei trennen sich die festen Partikel – rote Blutkörperchen (Erythrozyten), weiße Blutkörperchen (Leukozyten) und Blutplättchen (Thrombozyten) – von dem flüssigen Blutplasma. Als Substrat bleibt hochangereichertes Plasma mit Thrombozyten: das ACP, das die körpereigenen, regenerativen Komponenten enthält.
  • Die Injektion ist der dritte und letzte Teil der Behandlung. Nach etwa fünf Minuten steht das Blutplättchen-Konzentrat dafür bereit. Dann wird das ACP direkt in das erkrankte Areal gespritzt. Dort können die Wachstumsfaktoren ihre heilsame Wirkung entfalten und Aufbauprozesse unterstützen. Das Zweikammer-System der Spritze gewährleistet bei der Blutentnahme als auch der Plasma-Injektion Sterilität und schützt so vor Keimen.

In welchen Fällen wird ACP gespritzt?

Die Medizin sieht vielfältige Indikationen für den ACP-Einsatz. In unserer Praxis therapieren wir damit vorwiegend Arthrose, Verletzungen am Bewegungsapparat und Rückenprobleme.

Gelenk Wirbel Steuer Eigenbluttherapie Knie-Arthrose
Knie-Arthrose: Durch Verschleiß ist der Gelenk-
knorpel im Knie weitgehend abgebaut und
zudem das gesamte Gelenk entzündet.
Die Illustration zeigt ein geschädigtes Knie
mit Oberschenkelknochen, Wadenbein und
Schienbein (Frontalansicht, von vorne).
Bild: MedicalGraphics.de –
Lizenz: CC BY-ND 4.0

Schäden am Gelenkknorpel: ACP bei Arthrose

Alterungsprozesse, Unfälle, genetische Veränderungen, starke einseitige Belastungen: nur vier von vielen Ursachen, die Arthrose Vorschub leisten. Die Abnutzungserscheinungen am Knorpel können jedes Gelenk betreffen. Der Verschleiß schränkt Beweglichkeit und körperliche Aktivitäten zunehmend ein, wenn die Erkrankung fortschreitet.

Häufig befällt Arthrose Knie und Hüfte. Oft zeigen aber auch Schulter, Sprunggelenk und Wirbelsäule degenerative Veränderungen, ebenso Gelenke wie Finger und Ellenbogen. Typische Beschwerden bei beginnender Arthrose sind zum Beispiel ein unangenehmes Ziehen im Gelenk, morgendliche Gelenksteife oder ein sogenannter Anlaufschmerz, der nach kurzer Gehstrecke wieder nachlässt. In späteren Stadien nimmt die Beweglichkeit immer weiter ab; darüber hinaus beeinträchtigen Schmerzen erheblich die Lebensqualität.

Die ACP-Therapie kann bei leichter bis mittelschwerer Arthrose (Grad I bis III) helfen und die Zellregeneration fördern. Außerdem trägt sie dazu bei, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern. Ist der Verschleiß bereits zu ausgeprägt, bleibt Patienten meist bloß noch die Möglichkeit einer Operation, sprich: Gelenkersatz.

Schäden an Muskeln, Sehnen und Bändern: ACP bei Verletzungen

Sport hält fit und macht Spaß, birgt aber auch das Risiko von Verletzungen: Bänderriss beim Fußballspielen, Muskelzerrung beim Skifahren, Knochenbruch beim Reiten, um nur einige Beispiele zu nennen. Doch im Alltag kommt es ebenfalls zu Verletzungen: etwa wenn man auf nassen Fliesen ausrutscht, von einer Leiter stürzt oder auf dem Gehweg stolpert.

Gelenk Wirbel Steuer Eigenbluttherapie Tennis-Arm
Tennisellenbogen: Beim Tennisarm (Epicondylitis
humeri radialis) schmerzen die Sehnenansätze
der Hand- und Fingerstreckmuskeln an der
Außenseite des Ellenbogens. Ursache des Reiz-
zustands ist eine Überlastung durch wieder-
kehrende Bewegungen. Bild: MedicalGraphics.de 
Lizenz: CC BY-ND 4.0 | www.medicalgraphics.de

Muskeln und Bänder können durch ruckartige Bewegungen, Aufprall, Stauchung und Unfälle in Mitleidenschaft gezogen werden. Zerrungen und Risse sind nicht selten die schmerzhafte, langwierige Folge. Genauso können Sehnen durch einseitige oder übermäßige Belastung gereizt sein, sich entzünden oder sogar reißen.

Bei (Sport-)Verletzungen setzen wir die ACP-Methode erfolgreich ein, um andere Therapien zu unterstützen. Zu unserem Anwendungsspektrum zählen:

  • frische Muskelverletzungen
  • chronische Sehnenentzündungen (Tennis-/Golferellenbogen, Achilles- und Patellasehne)
  • Bänderrisse, zum Beispiel am Außenband des Sprunggelenks
  • Meniskusschäden