Procain-Basen-Infusion kappt Schmerz und vitalisiert

Dieser Klassiker birgt vielfältiges Potenzial: Procain. In Kombination mit Natriumhydrogencarbonat, bekannt als Natron, wirkt das Lokalanästhetikum Erkrankungen unterschiedlichster Art entgegen. Die Procain-Basen-Infusion zählt zu den wichtigsten Begleittherapien bei chronischen Krankheiten und Krebs. Ob Arthrose, Rheuma, Sehnenleiden, ob Allergien, Burn-out, Stoffwechselstörungen: Die Infusion hemmt Entzündungen, entgiftet übersäuertes Gewebe, hat schmerzlindernden, beruhigenden Einfluss auf das vegetative Nervensystem und stärkt die Immunabwehr. In unserer Orthopädie-Praxis ist das Verfahren seit Jahren fester Bestandteil der Schmerztherapie.

Die Neuraltherapie nach Huneke

Seit 1905 im Handel, war der Wirkstoff Procainhydrochlorid im 20. Jahrhundert das meistverwendete Präparat zur örtlichen Betäubung. Inzwischen nutzen Mediziner aber überwiegend andere Lokalanästhetika. Dennoch kommt Procain weiterhin große Bedeutung zu: Das Mittel wird erfolgreich in der Neuraltherapie eingesetzt. Diese Methode hatten von 1925 an die Allgemeinärzte Ferdinand und Walter Huneke entwickelt. Um Patienten den akuten oder chronischen Schmerz zu nehmen, verabreichten sie Procain – als Injektionsspritze an Nervenknoten oder als Infusion in die Vene. So gelangten die Brüder zu einer neuen Erkenntnis: Mit nur einem einzigen Medikament konnten sie effizient sehr unterschiedliche Erkrankungen behandeln.

Daraus schlossen die beiden Ärzte, dass Abläufe im Nervensystem, vor allem im vegetativen Nervensystem, zur Besserung der Beschwerden führten. Weitere positive, teils überraschende Erfahrungen mit Procain bestätigten ihre Vermutung. In der Folge etablierte sich die Neuraltherapie nach Huneke national wie international. Und zwar als Verfahren der Komplementärmedizin, das Funktionsstörungen im gesamten Organismus behebt und die Selbstheilungskräfte des Körpers anregt. Die alternative Heilmethode wurde ständig weiterentwickelt und ist durch wissenschaftliche Studien belegt.

Einsatz bei Arthrose und Rheuma

In unserer Privatpraxis hat sich die Procain-Basen-Infusion bei Patienten mit chronischen Schmerzen ebenfalls bewährt. Besonders in der Arthrose- und Rheuma-Behandlung. Das Konzept basiert auf der Neuraltherapie nach Huneke. Es setzt also auf die Schmerzverarbeitung des vegetativen Nervensystems und verbindet die biologischen Eigenschaften des basischen Regulationstherapeutikums Procain mit der wichtigsten Körperbase Natriumhydrogencarbonat.

Mehr Energie und Lebensqualität

Das Wirkprinzip: Bei der Infusion blockiert Procain kurzzeitig die Weiterleitung des Schmerzreizes von den Nervenfasern ans Gehirn. Zudem verstärken sich die positiven Effekte beider Basen gegenseitig. Das Gewebe – durch die chronische Entzündung verändert, übersäuert und deshalb schmerzhaft – wird wieder besser durchblutet; als natürliche Gegenspieler der Säuren im Körper fördern die Basen vermehrt den Säureabbau und normalisieren so den pH-Wert. All das steigert die Lebensqualität der Patienten. Sie verspüren zunehmend Energie und Vitalität, da schmerzfreie Phasen immer länger anhalten.

Für die Infusion wird Procain verdünnt und mit Natriumhydrogencarbonat in die Armvene geleitet. Vor der Therapie erfolgt eine ausführliche Anamnese mit genauer Diagnostik. Davon und vom individuellen Verlauf der Behandlung hängt die Anzahl der Sitzungen ab. Erfahrungsgemäß sind sechs bis zehn Termine nötig – innerhalb eines Zeitraums von fünf Wochen jeweils alle zwei bis drei Tage. In der Regel ist die Infusion gut verträglich.